Ideenwettbewerb

Ein DANK-Mal für Organspender, Organempfänger und die Transplantationsmedizin

Um das DANK-Mal Wirklichkeit werden zu lassen wurde ein Wettbewerb ins Leben gerufen. Ziel dieses Wettbewerbs war die Präsentation künstlerisch gestalteter Entwürfe für einen Ort des Dankes/Gedenkens, die unter gewissen Rahmenbedingungen (Budget, Örtlichkeit etc.) umgesetzt werden können.


Warum in Berlin?

Der Standort Berlin für das DANK-Mal bietet sich aus vielerlei Gründen an.

  1. Die Idee geht auf eine Initiative von Berliner Patienten zurück, sie haben sich schon vor vielen Jahren Gedanken gemacht, wie Organempfänger angemessen Danke sagen können.
  2. Eine große und erfolgreiche Transplantationsmedizin auf dem Campus der Charité Mitte und/oder auf dem Campus Rudolf Virchow
  3. Bietet sich Berlin an, als Hauptstadt einen solchen Ort zur Verfügung zu stellen.

Wie soll das DANK-Mal aussehen und wo soll es errichtet werden?
Gesucht wird ein Entwurf/eine Idee für ein realisierbares DANK-Mal, an dem Organspender und ihre Angehörigen zusammenkommen können, um zu danken, nachzudenken, zu trauern und zu reflektieren. Es soll Patienten, Familienangehörige, Mediziner und die allgemeine Öffentlichkeit ansprechen. Das DANK-Mal soll auf dem Campus der Charité Mitte, Charité Platz 1 oder auf der Mittelalle des Campus Rudolf Virchow in Berlin-Wedding in den Außenanlagen eines der beiden Klinikgelände errichtet werden. Die Auswahl des Standortes obliegt dem Wettbewerbsteilnehmer.


Der Ideenwettbewerb:

Dieser Ideenwettbewerb richtete sich an Studenten der Architektur und bildenden Kunst sowie Landschaftsarchitektur.

Vorgaben zu Material oder Form oblagen dem Entwurfsverfasser. Wesentliche Voraussetzungen sind, dass das Dank-Mal wetterfest, viele Jahre mit geringem Pflegeaufwand erhalten werden und im Rahmen des zur Verfügung stehenden Budgets errichtet werden kann.

An dem Gedenkort soll es einer Gruppe möglich sein, sich zu versammeln, zum Beispiel am Tag der Organspende. Es soll eine Geste des Dankes, eine Würdigung sein, über Organspende und Transplantation informieren und die Öffentlichkeit auf Organspende sensibilisieren.


Impuls – 1. Preis Campus Virchow, Verfasser: Michael Wezstein

Aus dem Erläuterungsbericht:

Die Idee zu diesem DANK-Mal entstand durch den leitenden Gedanken der großen Auswirkung einer Spende. Denn eine Spende zu empfangen betrifft nicht nur den Empfänger selbst, sondern auch seine unmittelbare Umgebung und wirkt sich somit auch auf diese aus. Der Grundgedanke ist eine Kettenreaktion die durch einen Auslöser, wie zum Beispiel dem Spender, stattfindet, wie beim Domino Effekt. Getragen von der Idee der Vervielfachung und der großen Auswirkung führt der Gedanke zum Butterfly Effect, welcher schließlich neu interpretiert wurde. Aus den Elementen wie dem Unendlichkeitszeichen und der Spirale, die von dem Konstrukt des Butterfly Effects abgeleitet wurden, entstand diese neuartige Form.

Die Skulptur besteht aus zwei spiralförmigen Elementen, die sich zunächst überschneiden und sich im weiteren Verlauf trennen, Die Spiralen gliedern sich dank ihrer einzigartigen und dezenten Erscheinung sehr sensibel in die Umgebung ein, dabei wird die Sichtachse der Allee auf dem Virchow Campus berücksichtigt. Dank der vielfältigen Wirkung der Skulptur ist sie sowohl sensibel und aufbauend für mögliche Empfänger, Spender und Angehörige als auch ansprechend und animierend für Passanten. Die Stärke und die Besonderheit der Skulptur sind, dass sie Raum für eine individuelle Betrachtung und eine freie Interpretation schafft.


Versium 1. Preis Charité-Platz 1 – Verfasser: Bartolomeo Azzellini

Konzept:

Das Versium ist ein DANK-Mal, das für den Austausch steht. Basierend auf dem Grundkonzept des Teilens ist diese Idee entstanden. Jeder Mensch trägt Erinnerungen; Hoffnungen Wünsche und Träume in sich. Wenn man als Betroffener erfährt, dass man ein neues Organ braucht, dann fällt für die meisten Betroffenen eine Welt zusammen. Jedem ist bekannt, dass Organspende ein sehr kontrovers diskutiertes Thema ist. In der Mehrzahl der Fälle wartet man sehr lange auf ein Spenderorgan. Oft ist es da schon längst zu spät und der Gesundheitszustand verschlechtert sich dramatisch. Es ist schwer für Angehörige und Betroffene Kraft, Hoffnung oder den Mut aufzubringen, um weiter zu machen, jeden Tag. Für dieses Problem soll dieser Ort entstehen. Betroffene sollen zum Versium gehen können um dort die Möglichkeit zu haben, das zu suchen, was sie finden möchten. Dieser Raum bietet den Menschen Platz für ihre persönlichen Gedanken, Wünsche oder Hoffnungen. Es ist auch denkbar, dass Menschen, die schon mal in so einer Situation waren, diese teilen möchten um Anderen Mut zu machen. Dies ist auch eine Form von Spenden. Primär wird dabei das Gefühl, was danach entsteht angesprochen und man wird sich bewusst, dass Hilfe zur Selbsthilfe eine Form von Heilung darstellt.


Entwurfsidee:

Der Entwurf basiert auf der Form des Kreises, welcher das Leben selbst darstellen soll. Der Platz wird von 6 Wänden umschlossen, die jeweils 252 Öffnungen besitzen. Die Anzahl der Wände kann für die Wartezeit für ein Spenderorgan stehen. In die Öffnungen werden farbige Gefäße hineingesteckt. Die unterschiedlichen Farben vermitteln Empfindungen nach Außen. Das soll Passanten auf diesen Ort Aufmerksam machen. Beim Betreten des Versiums soll man primär die farbigen Gefäße erkennen. Darin befinden sich Botschaften, die hinterlassen wurden. Es kann sich entweder eine ganz bestimmte Meinung, Wünsche, Gedanken zum Thema befinden oder eigene Erfahrungen, die jemand teilen möchte. Das stellt den anonymen Austausch wie bei der Organspende zwischen den Menschen dar. Jedes farbige Gefäß kann man der Wand entnehmen und behalten. Die sechs Bänke laden zum hinsetzen und Verweilen ein. Am Ort selbst kann man sich die Erinnerungsstücke durchlesen und sich mit anderen über die Thematik austauschen oder einfach nachdenken. Es ist genauso wie bei der Organspende, man ist auf der Suche um das passende Organ bzw. die passende Erinnerung zu finden. Im Zentrum steht eine Dachplatane. Diese steht symbolisch für das Leben selbst. Sie dient aufgrund ihrer Baumart als eine natürliche Überdachung. Die natürliche Veränderung bedingt durch die Jahreszeiten bildet die verschiedenen Stadien im Leben ab.


Ansichtssache 2. Preis Campus Virchow Klinikum – Verfasser: Herrn P. Fies und Herrn D. Schulze

Aus den Erläuterungsbericht:

Wie stehen Sie zur Organspende? Sind Sie auch Spender? Wie bedanke ich mich bei einem anonymen Spender?
Diese Fragen geben den Impuls zum Entwurf. Da zur Organspende immer zwei Parteien gehören, der Spender und der Empfänger, wollen wir diese Zweiteiligkeit als Ausgangspunkt unseres Entwurfs nehmen. Grundidee ist es, zwei Eisenscheiben parallel zur Alleestraße zu positionieren, Die eine Scheibe symbolisiert „das Leben“ – also den Empfänger und wird daher weiß. Die andere Scheibe – symbolisiert „den Tod“ – also den Spender und wird daher schwarz. In beide Scheiben werden Zitate, Danksagungen, Erwartungen und passende Schlagworte ausgefräst, welche sich aus verschiedenen Ansichten unterschiedlich lesen lassen. Durch die Positionierung der Scheiben entstehen verschiedene räumliche Situationen, wobei der Durchblick der Allee weiterhin gewährleistet bleibt. Es ist also möglich, von verschiedenen Standpunkten aus, die Sätze richtigherum auf der Wand zu lesen. Das kleine Wasserbecken, das jeweils außen vor der Wand am Boden angeordnet ist, dient einerseits als Abstandshalter und andererseits als Reflecting Pool, um manche Sätze in der Spiegelung des Wassers erst lesbar zu machen. Es gibt einen einheitlichen Bodenbelag, Kies. Dieser wird von einem dünnen umlaufenden Stahlband gefasst und wird dadurch von der Rasenfläche abgegrenzt.

Es wird dem Besucher die Möglichkeit gegeben das DANKMAL auf unterschiedliche Art und Weise wahrzunehmen. Unabhängig davon, ob er die Ansicht von „außen“, „innen“ oder „über dem Wasser“ wählt.


Recontre: 2. Preis Charité-Platz 1 – Verfasserin: K. Siebler

Aus dem Erläuterungsbericht:

Die Arbeit von Frau Siebler stellt als einzige der vorgestellten Arbeiten den Ort zum Nachdenken, Treffen, Zurückziehen, Danke-sagen, Kraft tanken, Kommunikation und Beruhigung in den Vordergrund. Der Ort soll introvertiert und für alle zugänglich, witterungsunabhängig nutzbar, Leichtigkeit ausstrahlend, Schutz gebend, nicht einschüchternd, semi-transparent, begehbar und barrierefrei sein. Dazu wählt Frau Siebler eine gesprengt kreisförmig angeordnete Holzpalisade mit Sitzgelegenheiten und Grünüberdachung die mit einem abwechslungsreichen Pflanz-Bewuchs und einer jahreszeitlich veränderlichen Blüte ausgestattet wird.


Erreichen der 3. Ausscheidungsrunde


Erreichen der 2. Ausscheidungsrunde


Erreichen der 1. Ausscheidungsrunde